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Prüfung und Realisierung der Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ mit begleitendem Programm in der Stadt Moers

Die Linke Liste

Antrag zur Sitzung des Kulturausschusses am 04.03.2026

Prüfung und Realisierung der Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ mit begleitendem Programm in der Stadt Moers

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

 

die Fraktion Die Linke Liste im Rat der Stadt Moers stellt folgenden Antrag:

 

1. Die Verwaltung wird beauftragt, Gespräche mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sowie den beteiligten Partnern der Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ aufzunehmen und zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Ausstellung in geeigneten Räumlichkeiten in Moers gezeigt werden kann.

2. Auf Grundlage dieser Prüfung ist ein Konzept zur Präsentation der Ausstellung vor Ort zu erarbeiten, das sowohl die räumlichen Anforderungen als auch die inhaltliche Aufbereitung berücksichtigt. Das Konzept soll dem Kulturausschuss einschließlich eines Zeit- und Kostenrahmens vorgelegt werden.

3. Ergänzend zur Ausstellung ist ein Begleitprogramm zu entwickeln, das insbesondere folgende Elemente umfassen soll:
   – eine öffentliche Eröffnungsveranstaltung mit fachlicher Einführung,
   – Führungen und Workshops für Schulen, Jugendgruppen und die Öffentlichkeit,
   – Diskussions- und Gesprächsformate zu historischer und aktueller Diskriminierung queerer Menschen,
   – Kooperationen mit lokalen Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen.

4. Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind angemessen öffentlich zu bewerben.

5. Die Verwaltung berichtet dem Kulturausschuss spätestens bis Juni 2026 über das Ergebnis der Prüfung sowie über einen möglichen Umsetzungsplan.

Begründung:

 

Die Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und zur historisch-politischen Bildung. Sie macht die Verfolgung und Ausgrenzung queerer Menschen im Nationalsozialismus sichtbar und stellt individuelle Lebensgeschichten in den Mittelpunkt, die bislang vielfach unbeachtet geblieben sind.

Die Ausstellung zeigt anhand von historischen Dokumenten, Fotografien und Biografien, wie staatliche Repression, gesellschaftliche Ausgrenzung und Gewalt das Leben queerer Menschen prägten, aber auch, wie sie Handlungsspielräume nutzten und Formen der Selbstbehauptung entwickelten.

Eine Präsentation der Ausstellung in Moers bietet die Möglichkeit, diese wichtigen historischen Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zugleich den Bezug zu aktuellen Fragen von Vielfalt, Demokratie und Menschenrechten herzustellen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Diskriminierung und queerfeindlicher Tendenzen ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte ein zentraler Bestandteil demokratischer Bildungsarbeit.

Durch ein begleitendes Veranstaltungsprogramm können insbesondere junge Menschen, Schulen und zivilgesellschaftliche Akteure aktiv eingebunden werden. Die Stadt Moers setzt mit der Durchführung der Ausstellung ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und eine lebendige Erinnerungskultur.

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