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Offener Brief an Herrn Bürgermeister Christoph Fleischhauer - Für Menschlichkeit und Dialog: Appell im Fall Adris Oso

Die Linke Liste Moers

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Fleischhauer,

wir wenden uns erneut mit einem dringenden Anliegen an Sie – im Namen eines Mitbürgers und im Vertrauen auf Ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber allen Menschen in unserer Stadt.

Es geht weiterhin um Herrn Adris Oso, einen in Krefeld geborenen und am Niederrhein aufgewachsenen syrischen Staatsbürger, der in Moers lebt, arbeitet und voll integriert ist. Trotz seiner tiefen Verwurzelung in unserer Gesellschaft wird ihm derzeit ein neuer Reiseausweis gemäß § 5 Aufenthaltsverordnung verweigert – eine Entscheidung, die sein Leben massiv einschränkt.

Seit 2023 versucht Herr Oso – unterstützt von seiner Familie – einen neuen Reiseausweis zu erhalten. Der vorherige war abgelaufen. Die Korrespondenz mit den Behörden füllt inzwischen einen ganzen Ordner. Am 30. Mai 2025 wurde sein Antrag auf Ausstellung eines deutschen Reisedokuments von der Ausländerbehörde Moers erneut abgelehnt. Ihm wurde mitgeteilt, er könne vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagen. Was für andere ein einfacher Verwaltungsakt ist, bedeutet für Herrn Oso Isolation, Frustration und das tägliche Gefühl, nicht dazuzugehören.

Diese Entscheidung ist nicht nur juristisch, sondern auch menschlich schwer nachvollziehbar – sie entzieht Herrn Oso ein fundamentales Grundrecht: die Bewegungsfreiheit. Die psychische Belastung ist gravierend, die Perspektivlosigkeit bedrückend. Seit Monaten bemühen sich Herr Oso und sein Bevollmächtigter Wolfgang Klinger, gemeinsam mit Bundestagsabgeordnetem Sascha Wagner, in vertraulicher Korrespondenz um eine Lösung – bislang ohne Entgegenkommen seitens der Ausländerbehörde.

Hinzu kommt: Aufgrund seines Alters (27 Jahre) ist eine Identitätsbestätigung über die syrische Botschaft faktisch unmöglich – ein Umstand, der bei der früheren Ausstellung seines Reiseausweises durch die Stadt Moers kein Hindernis darstellte.

Angesichts dieser klaren Lage fordern wir:

• Die sofortige Ausstellung eines Reiseausweises gemäß § 5 Aufenthaltsverordnung

• Die Anerkennung der belegten Unmöglichkeit, einen syrischen Pass zu beschaffen

• Eine Verwaltungspraxis, die nicht nur den Rechtsrahmen beachtet, sondern auch Menschlichkeit zeigt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, die Familie Oso hat stets auf Dialog, Transparenz und Respekt gesetzt. Nun bitten auch wir Sie, diesen Weg gemeinsam zu gehen – statt auf Eskalation oder gerichtliche Schritte zu warten.

Die Lösung liegt auf dem Tisch. Wir appellieren an Ihr Verantwortungsgefühl – für ein gerechtes, menschliches und pragmatisches Handeln.

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