Nie wieder ist jetzt – Gedenken an die Reichspogromnacht in Moers
Rund 200 Menschen erinnerten am Sonntag am Synagogenbogen in Moers an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Zu der Gedenkveranstaltung hatte ein breites politisches und gesellschaftliches Bündnis auf Initiative des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit aufgerufen. Seit vielen Jahren ist das öffentliche Gedenken an die Verfolgung und Ermordung der Moerser Jüdinnen und Juden ein fester Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur – und mahnt jedes Jahr aufs Neue, Verantwortung zu übernehmen und wachsam zu bleiben.
Schülerinnen und Schüler von fünf Moerser Schulen gestalteten die Veranstaltung mit eigenen Beiträgen zu Themen wie der Rolle der Sprache im Nationalsozialismus, der Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und der Verantwortung in der Gegenwart. Ein Mitglied des Auschwitzprojekts am Gymnasium Adolfinum berichtete eindrucksvoll vom Besuch der Gedenkstätte und rief zur Menschlichkeit auf: „Es waren doch Menschen wie du und ich, Menschen mit Familien, mit Leben, mit Hoffnungen.“
Zum Abschluss wurden die Namen der ermordeten und verschleppten Moerser Jüdinnen und Juden verlesen; anschließend legten die Teilnehmenden Kränze und Rosen nieder.
Auch die Fraktion Die Linke Liste im Rat der Stadt Moers, Die Linke Stadtverband Moers und der DKP-Kreisverband legten einen Kranz nieder. Die Fraktionsvorsitzenden Almut Klinger und Marcel Bister erklärten dazu:
„Wir gedenken am 9. November der Verfolgung und Ermordung jüdischen Lebens in Deutschland durch den Nationalsozialismus, der Bedrohung jüdischen Lebens heute sowie der Opfer jeglicher Form von Rassismus, Antisemitismus, Krieg und Gewalt. ‚Nie wieder‘ ist kein Satz aus den Geschichtsbüchern, sondern Auftrag für die Gegenwart: Nie wieder ist jetzt.“

