Fall Adris O.: In Deutschland geboren – und dennoch Fremder im eigenen Land
Adris O. wurde vor 27 Jahren in Krefeld geboren und ist am Niederrhein aufgewachsen. Er spricht fließend Deutsch, lebt und arbeitet in Moers – einer Stadt, die er als seine Heimat betrachtet. Trotz erfolgreicher Ausbildung und beruflicher Tätigkeit wird ihm ein grundlegendes Recht verwehrt: ein gültiger Reisepass.
Der Hintergrund: Adris O. besitzt formal die syrische Staatsangehörigkeit – obwohl er nie in Syrien war und die Sprache kaum beherrscht. Seit Jahren kämpft er gegen behördliche Willkür, bürokratische Hürden und das schmerzliche Gefühl, nicht als gleichwertiger Teil unserer Gesellschaft anerkannt zu werden.
Aufgrund seines Alters (27 Jahre) ist eine Identitätsbestätigung über die syrische Botschaft nicht mehr möglich – ein Umstand, der bei der früheren Ausstellung eines Reiseausweises durch die Stadt Moers kein Hindernis darstellte.
Bis 2023 verfügte Adris O. über einen Reiseausweis. Die Verlängerung wurde von der Ausländerbehörde Moers verweigert. Auch eine Einbürgerung – die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit – ist nicht möglich, da die syrische Botschaft ihm keine Identitätsdokumente ausstellt (s.o.).
Seit Jahren setzt Familie O. auf Vernunft, Dialog und Kompromisse. Als alle Versuche scheiterten, wandten sie sich an die Linke Liste. Doch auch vertrauliche Korrespondenz sowie politische Interventionen durch die Linke Liste und den Bundestagsabgeordneten Sascha Wagner (Die Linke) gegenüber dem Bürgermeister und der Ausländerbehörde blieben erfolglos.
Jetzt gehen Familie O. und die Linke Liste mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Bei einer Pressekonferenz schilderte Adris O. eindringlich seine Lage:
„Ich bin hier geboren. Ich kenne kein anderes Zuhause als Moers – und trotzdem behandelt man mich, als gehöre ich nicht dazu. Ich kämpfe seit Jahren für etwas, das für andere selbstverständlich ist: einen Reisepass.“ „Ich habe nie in Syrien gelebt. Meine Papiere sagen 'syrisch', aber ich bin ein Fremder in meinem eigenen Land.“
„Ich bin hier geboren – aber ohne Pass bin ich für diese Behörden niemand.“- Adris O.
Die Linke Liste Moers fordert:
Sofortige Ausstellung eines Reiseausweises gemäß § 5 Aufenthaltsverordnung
Anerkennung der nachgewiesenen Unmöglichkeit einer Passbeschaffung
Eine menschenwürdige, transparente Verwaltungspraxis, die das individuelle Schicksal ernst nimmt
Wolfgang Klinger, politischer Bevollmächtigter von Adris Oso und sozialpolitischer Sprecher der Linken Liste, erklärt:
„Wir setzen auf Dialog statt Konfrontation. Eine gerichtliche oder politische Eskalation ist vermeidbar – die Lösung liegt längst auf dem Tisch.“
Die Linke Liste steht fest an der Seite von Herrn Adris O. – für eine Entscheidung, die Recht, Menschlichkeit und gesunden Menschenverstand vereint.
„Wir hoffen, dass sich auch andere demokratische Kräfte der Angelegenheit annehmen.“
